Geographie Gran Canaria
Gran Canaria ist neben Teneriffa und Fuerteventura die drittgrößte Insel des Kanarischen Archipels. Geographisch gehört Gran Canaria, ebenso wie die sechs Nachbarinseln, zu Afrika, politisch gehören sie jedoch zu Spanien. Der Westen von Gran Canaria wird geprägt von einer felsigen Steilküste, dessen Abhänge zum Teil einige Hundert Meter in die Tiefe gehen.
Dank der höheren Niederschlagsmengen im Norden findet sich eine sehr reizvolle Landschaft mit Kiefern- und Pinienwäldern, Eukalyptus und Lorbeerbäumen. Ebenso sind bunte Wiesen, wie man sie aus Deutschland kennt, keine Seltenheit. Ein Großteil der Kanarischen Früchte wie Bananen, Papayas, Zitronen und Avocados, werden in nördlichen Gebieten angebaut.
Im Gegensatz zu den Touristenorten im Süden haben sich die Städte und Dörfer im Norden ihren typisch kanarischen Stil mit dem südländischen Flair erhalten. Besonders lohnenswert ist ein Besuch des Dorfes Teror, das zu den ältesten und ursprünglichsten Dörfern auf Gran Canaria zählt.
Bis zur Küste des nordafrikanischen Marokkos sind es lediglich 210 Kilometer, das spanische Festland hingegen ist etwa 1300 Kilometer weit entfernt. Die Inselgruppe wird vom Atlantischen Ozean umgeben und verfügt über eine Küstenlänge von 236 Kilometern. Im Osten liegt die Insel Fuerteventura und im Westen Teneriffa. Sämtliche Kanarische Inseln sind vulkanischen Ursprungs, die vor rund zwanzig Millionen Jahren entstanden sind. Auf einer Gesamtfläche von 1560 Quadratkilometern leben rund 815.000 Einwohner, von denen etwa die Hälfte in der Inselhauptstadt Las Palmas wohnen.
Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt lediglich 60 Kilometer, von West nach Ost 45 Kilometer. Und dennoch zeichnet sich das Landschaftsbild durch seine kontrastreiche Vegetation aus. Im Zentrum der beinahe kreisrunden Insel befindet sich die höchste Erhebung des Gebirgszugs, der 1949 Meter hohe Vulkangipfel „Pico de las Nieves“. Ganz in der Nähe liegt der 1813 Meter hohe Roque Nublo, der als das Wahrzeichen von Gran Canaria gilt. Beide Vulkane sind erloschen und heute nicht mehr aktiv. Von den Gipfeln beider Berge lässt sich die herrliche Aussicht über das dicht bewachsene Tal sowie den Küstenstreifen geniessen. Bei guter Sicht kann man sogar einen Blick auf die Nachbarinsel Teneriffa erhaschen. Sehr typisch für Gran Canaria sind die meist ausgetrockneten Flußläufe, die so genannten Barrancos, die strahlenförmig aus den Bergen in Richtung Meer verlaufen. Sie sollen vermeiden, dass das Regenwasser der seltenen, aber manchmal sehr ergiebigen Regenfälle, zu Überschwemmungen führt. Aus diesem Grund wurden die Barrancos in den dicht besiedelten Wohngebieten mit Steinen ausgebaut und befestigt. In den trockenen Sommermonaten sind sie Barrancos perfekt als Wanderwege geeignet und führen häufig vorbei an urigen Bergdörfern. Um von den Küstengebieten in das Zentrum der Insel zu gelangen, müssen einige Höhenmeter über Serpentinen zurückgelegt werden.
Das Landschaftsbild des Zentrums zeichnet sich aus durch seine üppige Vegetation, die auf die regelmäßigen Regenschauer zurückzuführen sind. Im recht kargen Süden findet man eher trockene Oasen mit spärlicher Vegetation, die größtenteils aus Palmen besteht. Ohne die künstliche Bewässerung würden jedoch auch diese nicht überstehen. Der Süden wurde touristisch erschlossen, in den bekannten Urlaubsorten Playa del Inglés, Maspalomas und San Augustin finden sich zahlreiche Hotelanlagen in allen Preisklassen. Hier befinden sich auch die schönsten Sandstrände auf Gran Canaria.